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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Schulhof — Evangelisches Profil

Evangelische Schulen stellen sich vor

16.06.2015 Priska Krüger

Die Evangelische Oberschule Gersdorf

 

Vor dem 1900 erbauten Schulgebäude  stand ein großer Erwin-Hartsch-Gedenkstein, da zu DDR-Zeiten die Umbenennung in  „Erweiterte Oberschule Erwin Hartsch“  (Erwin-Hartsch – Initiator proletarischer Jugendweihen, SED-Mitglied und 1. Kultusminister in Sachsen nach 1945) erfolgte.  Die Frage eines Grundschülers lautete, ob unter diesem „Grabstein“ der Schulleiter beerdigt wird…

 

Mit Eröffnung unserer Evangelischen Mittelschule im Schuljahr 2004/2005 wurde dieser „Grabstein“ entfernt. Wir empfinden es auch heute noch als Geschenk, als Christen unter unserem Gründungsmotto „Leben lernen“ evangelische Schule gestalten zu dürfen.

 

Unabhängig von Alter, Leistungsfähigkeit, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit kommt jedem Mitglied unserer Schulgemeinschaft ein unverlierbarer Wert zu – als Geschöpf Gottes gewollt, geliebt und individuell förderungswürdig zu sein. Die aktuelle Kampagne der Evangelischen Schulstiftung mit dem Thema Hauptfach Mensch drückt dieses Anliegen – Schule ist nicht nur Wissensvermittlung in einzelnen Fächern, sondern hat den einzelnen Menschen mit seiner Persönlichkeit und in seiner Entwicklung im Blick –  sehr anschaulich aus.

 

Konkret im Schulalltag bedeutet es eine große Herausforderung, diesem Anspruch gerecht zu werden. Integrativschüler bedürfen besonderer Förderung. Dass dies sehr positiv gelingen kann, zeigen 2 ehemalige Schüler mit Down-Syndrom, die in einer Autowaschanlage und in einem Kindergarten auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz gefunden haben!
Leistungsfähige Schüler (oft wählen Schüler und Elternhaus trotz Bildungsempfehlung Gymnasium bewusst unsere Oberschule) sollen in ihren Möglichkeiten gestärkt und gefordert werden. Dass auch dies gelingen kann, zeigt die Wahl weiterführender Bildungsgänge (berufliches Gymnasium und Fachabitur) von bis zu 40% der Abschlussjahrgänge.  Die Möglichkeit, Schule eigenverantwortlich durch Schüler, Eltern und Lehrer zu gestalten, ist eine der Triebfedern im Schulalltag. So konnten u.a. das Fach Sozialdiakonie  mit Begegnungsmöglichkeiten im Alters- und Pflegeheim, Kunstprojekte, Sportveranstaltungen und durch den Förderverein gestaltete Schulfeste entstehen.

 

Durch die sich im gesellschaftlichen Umfeld verändernde Lebenswirklichkeit – Patchworkfamilien, gefühlte und wirkliche Schnelllebigkeit der heutigen Gesellschaft, neue Medien – stellen sich immer größere Herausforderungen an ein stabiles und tragfähiges Lern- und Lebensumfeld Schule.

Seit Gründung der Schule ist uns  bewusst, dass diesen eigenen und von außen herangetragenen Anforderungen  trotz  allem menschlichen Bemühen  unvollkommen und manchmal nur bruchstückhaft entsprochen werden kann. Hier ist die bewusste Rückorientierung auf das Evangelium (namensgebend für unsere evangelische Schule)  – eine im Wortsinn gute Nachricht!
Die Möglichkeit der Vergebung und des bewussten Neubeginns bei Versagen ist für Schüler und Lehrer eine befreiende und frei setzende Chance im Schulalltag.

 

 

Nachdem wir im vergangenen Jahr unser zehnjähriges Jubiläum feierten, steht für unsere weitere Entwicklung die Arbeit an unserem evangelischen Profil und dessen weitere Schärfung auf der Agenda. Viele gute Traditionen wie Andachtsstunde, Gottesdienste, Auschwitzfahrt, Schulgebet, Lebensfest (ein Alternativangebot zur Jugendweihe), Weihnachtsmusical wollen immer wieder neu mit Leben gefüllt werden, damit sie  zu einer Begegnung mit unserem lebendigen Gott führen können.

 

Ein Beitrag der Evangelischen Oberschule Gersdorf