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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Allgemein

Abschlussfeier und Corona – was ist mit unseren Ritualen?

14.07.2020 Brit Reimann-Bernhardt

„Mit Abstand die Besten“ lautet das Motto bei der Würdigung 2020 für Schüler*innen

Herzlichen Glückwunsch an Euch alle, die Ihr dieses Schuljahr (fast) geschafft habt! Ihr seid mit Abstand die Besten!

Was außer den Schulschließungen und vieler Verunsicherung eint die Abiturient*innen, die 10. Klässler, Berufs- und Förderschüler*innen, Lehrkräfte, alle Kinder und Jugendlichen in den Klassen eins bis neun?

Die ritualisierte Würdigung, der Schwellensprung aus einer Phase in die nächste, kann nicht wie gewohnt stattfinden, dennoch waren viele evangelische Schulen sehr erfinderisch. So wurden neue Lösungen gefunden, bei denen die Corona-Regeln eingehalten werden konnten.

Wie wird in diesem Jahr sichtbar gemacht, dass etwas Neues beginnt, etwas Altes abgeschlossen ist? Abiball, Abschlussfeier, eine Umarmung, der Gottesdienst, der Händedruck zum Abschied mit der Botschaft „Wir sehen uns wieder“ oder auch „Alles Gute, Gottes Segen“ – in dieser Institution werden wir uns in dieser Konstellation nicht wiedersehen.

 

Die Erfahrung in ritualisiertem Rahmen ermöglicht zweierlei: die ganz individuelle Besinnung und Reflexion der eigenen biografisch bedeutsamen Erfahrungen und Wünsche, und zugleich die Eingebundenheit in die Gleichaltrigengruppe. Zugleich macht sie innerlich und äußerlich deutlich, dass etwas vergangen ist, was wir würdigen wollen. Dass auch etwas Neues beginnt, das Segen benötigt.

Menschen brauchen zur Stärkung Worte und Berührungen, die sie sich nicht selbst geben können. Umgekehrt werden Gläubige benötigt, die den Mut haben und den Auftrag wahrnehmen, anderen den guten Willen Gottes für ihr ganz persönliches Leben zuzusprechen. Das geschieht beispielhaft in einer Segenshandlung (aus dem Heft „Ein Fest des Lebens“).

 

Seien wir mutig, lassen wir uns den Segen zusprechen, ermöglichen wir uns gegenseitig einen Schwellensprung – in die Ferien, ins neue Schuljahr, ins Berufsleben, ins Freiwilligenjahr, Studium oder einfach in die Freiheit, verantwortungsvoll eigene Entscheidungen treffen zu dürfen und zu können.

Evangelische Schule kann Menschen über staatliche Curricula hinaus fördern und fordern, eine geistig-geistliche Orientierung geben und eigenes Profil schärfen, auch durch ritualisierte Würdigung übersprungener  Schwellen – für Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und Eltern.

 

 

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