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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Schulhof — Bericht

Auf dem Sprungbrett in die Pubertät

23.03.2016 Wiebke Nenoff

Jedes Jahr ist unsere 4. Klasse auf ganz außergewöhnliche 8 Schulstunden gespannt. Sie gelten als ein wahres Privileg mit dem Stempel: „Nur für uns Große!“ Die Kinder beschäftigen sich mit dem Thema „Ich und mein Körper. Meine Entwicklung verstehen – stark werden für die Jugendzeit.“

Das Anliegen der Familien- und Sexualerziehung ist im sächsischen Schulgesetz niedergelegt und somit Teil des Sachkundeunterrichts. Die Kinder zeigen uns mit ihrem Interesse an den entsprechenden Schulbuchseiten, aber auch mit so manchen Bemerkungen und Umgangsweisen, dass dieses Thema für sie ganz einfach dran und wirklich notwendig ist!

Warum entschieden wir, gerade dieses wertorientierte sexualpädagogische Programm – inzwischen zum 4. Mal – an unsere Schule zu holen? Der Wunsch ging von einer Reihe Eltern aus, die TeenSTAR bereits kannten. Unsere bisherigen Lösungen im Unterricht stellten sich als Stückwerk und nicht zureichend heraus. Bewusst wollten wir uns für das klassische Familienbild starkmachen – trotz aller anderen Tendenzen. Denn neben vielen weiteren Wünschen tragen unsere Kinder eine große Sehnsucht in ihrem Herzen: Sie möchten nicht nur im Hier und Jetzt in einer glücklichen Familie leben, sondern auch später, wenn sie erwachsen sind, einmal eine eigene glückliche Familie haben. In dieser Hinsicht wollen wir den Kindern Werte vermitteln und sie damit in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern. Weiterhin waren auch die kindgemäßen Inhalte nebst Art und Weise der Umsetzung entscheidend für uns.

Wie werden nun die Eltern in‘s Boot geholt?

In einem einführenden Elternabend wird den Müttern und Vätern das Programm offen dargelegt. TeenSTAR wertschätzt die Eltern als Haupterzieher und setzt deren Mitarbeit voraus. Das geschieht aktiv durch das Kursbuch, mit dem sich das Kind zu Hause gemeinsam mit seinen Eltern beschäftigt. Das tut dem Kind und den Eltern gut, die Vertrauensbasis wird damit für die Jugendzeit gestärkt.

Welche Inhalte bietet das TeenSTAR-Projekt unseren Schützlingen?

In zwei Gruppen werden die Mädchen und die Jungen jeweils unter sich unterrichtet, damit sich die Kinder öffnen können. Die positiven, natürlichen Lebensgrundlagen werden den Kindern in 3 großen Themenkreisen behutsam in einer wertschätzenden Sprache nahegebracht:

– die körperlichen Veränderungen und die Reifung der Fruchtbarkeit beim Mädchen und beim Jungen,

– die Entstehung und Entwicklung eines neuen Menschen

– der Entwicklungsweg von der Kindheit über die Jugendzeit bis zum Erwachsenenalter

Welcher pädagogische Ansatz liegt TeenSTAR Kids zugrunde?

Er beruht auf den Erkenntnissen der Pädagogin Maria Montessori. Die Altersspanne zwischen sechs und zwölf Jahren beschreibt sie als eine Zeit, in der Kinder in die Geheimnisse des Lebens eindringen und sich die Welt erschließen wollen. Dabei geht es nicht um ein Anhäufen von Einzelwissen und Fragen zum „Was“, „Wie“ und „Wann“. Die Kinder brauchen letztlich Antworten auf ihre Fragen „Warum ist das so?“

Wie setzt TeenSTAR unsere Ansprüche um?

Mit Hilfe der wunderschön und liebevoll gestalteten Materialien für das „Be-greifen“, bei denen die Kinder aktiv einbezogen werden, erleben sie den perfekten Bauplan Gottes, und erkennen, wie toll ER alles eingerichtet hat. In feinfühlig wertschätzender Sprache bringen die TeenSTAR-Kursleiter den Mädchen und Jungen den menschlichen Körper und die natürlichen Lebensvorgänge nahe, worüber die Kinder ins Staunen geraten. Das Wunder des Lebens berührt sie und ihnen wird von Stunde zu Stunde mehr der Sinnzusammenhang von Geschlechtlichkeit, Liebe und Leben bewusst.

Das Modell des Freundschafts- und Familienhauses ermöglicht den Kindern, die Schöpfungsordnung in einfacher Grundstruktur zu erfassen und sie erkennen, dass Sexualität ein sicheres Zuhause braucht.

Als erste erkennbare Frucht erwerben die Kinder Achtung vor der Geschlechtlichkeit, sprechen daher wertschätzender darüber und gehen respektvoller miteinander um. Das konnten die Lehrer bereits dreimal deutlich erkennen.

Und was sagen unsere Kinder?

Die würden am liebsten weiter mit TeenSTAR machen. „Ich habe für meine Zukunft gelernt“: „Über richtig und falsch in der Jugendzeit“,  „Liebe und Verliebtsein zu unterscheiden. Und hier eine klare  Botschaft: „Macht weiter so und lernt anderen Kindern auch so viel wie uns, damit sie auch so einen „schönen“ und „coolen“ Unterricht haben können“.

 

Selbstverständlich haben wir dieses Projekt nicht für uns gepachtet und möchten anderen evangelischen Schulen Mut machen, diese tolle Möglichkeit zu nutzen.

Wie gelangt man nun zu TeenSTAR?

Über Fr. Arnold, Tel. 037382-71501, Projektleiterin in Sachsen.

Im Herbst 2016 wird ein Ausbildungsseminar bei KALEB Chemnitz für Kursleiter in der Arbeit mit Jugendlichen und Kindern angeboten. Nach der Ausbildung an 4 Wochenenden können sowohl außerschulisch als auch im Unterricht Kurse durchgeführt werden. (weitere Infos: www.teen-star.de)

Ich möchte es auf den Punkt bringen:

Wir als Lehrer, unser Vorstand und die Eltern konnten uns überzeugen: TeenSTAR bereichert unseren Dienst an den Kindern. Die Schüler profitieren enorm.

Heike Kunis

Autor(en) des Artikels

Tags

Die Evangelischen Schulen, Leben, Lernen, Projekte, Verantwortung