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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Allgemein

Darum sind Zoom, WhatsApp und Co. gefährlich

06.04.2020 Patrick Franz

Warnung vor kostenlosen Kommunikationstools für die Schule

Der Digitalisierungsschub in der schulbesuchsfreien Corona-Zeit hält an. Besonders kostenlose Tools, die man von jetzt auf gleich für die Kommunikation mit Schüler*innen, Eltern oder auch zwischen Lehrer*innen und der Schulleitung nutzen kann, sind verführerisch. Häufig bezahlt man dann nämlich mit persönlichen Daten. Die Schulstiftung hat hier ein paar negative und positive Beispiele zusammengestellt. Natürlich kann diese Aufzählung bei Weitem nicht vollständig sein, aber für ein achtsames Herangehen sensibilisieren.

 

Zoom: Das Videokonferenz-Tool wird gerade von vielen Unternehmen für interne Kommunikation gebraucht. Das US-Unternehmen gibt zwar transparent Auskunft über die Datenweitergabe, räumt sich dabei aber selbst weiträumige Rechte ein. Es sammelt also zahlreiche Nutzerdaten sowie Informationen über Endgeräte und deren Zuordnung zu Netzwerken und WLAN-Verbindungen, warnt die Finanz-Tageszeitung „Handelsblatt“. Unter anderem soll Zoom Daten ohne Erlaubnis der Nutzer an Facebook weiterleiten. IT-Experten raten deshalb von der Nutzung ab. Außerdem können Konferenzleiter*innen die Aufmerksamkeit von anderen Teilnehmer*innen überwachen und, wenn sie die Funktion nicht ausschalten, bei einer bestimmten Inaktivitätszeit im Chat, eine Benachrichtigung erhalten.

 

Die Schulstiftung hat mit BigBlueButton eine sicherere Lösung für Webkonferenzen angeboten, als Open-Source-Tool sind die technischen Abläufe einsehbar und der Datenschutz kann somit gewährleistet werden. Alle Informationen zu dieser Plattform finden Sie zum Nachlesen hier.

 

WhatsApp: Der gängigste Messenger-Dienst in Europa hat viele Nachteile. Zwar arbeitet die US-App seit Ende 2014 mit einer End-to-End-Verschlüsselung, allerdings fällt sie unter das amerikanische Recht. Durch die Übernahme von Facebook können Daten auch hier unbemerkt zweckentfremdet werden. Durch die Nutzung, auch für den Versand von Bildern und Videos, willigt man quasi automatisch ein. Zu den weitergeleiteten Informationen zählen Standorte, Telefonnummern bzw. Kontaktdaten, Zugriffe auf Kameras und Mikrofone sowie vieles mehr. Durch mögliche Kettenbriefe ist gerade Cybermobbing bei Kindern eine mögliche weitere Gefahr, warnen Portale zur Internetsicherheit. Für die betriebliche Anwendung sollte man von WhatsApp daher unbedingt absehen.

Wichtig: Auch hier gibt es Alternativen, die sicherste davon soll „Signal“ sein. Diesen Messenger-Dienst empfehlen die EU-Komission und sogar Geheimdienstler wie Edward Snowden. Die komplette App ist mitsamt Protokoll auf Open-Source-Basis programmiert, dazu wurde die Verschlüsselung vielfach erfolgreich getestet und zuletzt zerstören sich Nachrichten mit einem Klick von selbst. Der Nachteil ist hier bisher, dass Signal wenig verbreitet ist. Üblicher ist da schon die Nutzung von „Telegram“. Zwar ist die App nicht komplett Open-Source, allerdings hat sie eine hohe Nutzerschaft und eine vertrauenswürdigere Verschlüsselung als WhatsApp.

 

Generell gilt: Wollen Sie ein neues Tool für die berufliche Kommunikation – zumal mit sensiblen Daten – gebrauchen, informieren Sie sich vorab im Internet über den sicherheitsrelevanten Hintergrund der Angebote. Zu fast allen Diensten lassen sich über Suchmaschinen mit ein paar Klicks sinnvolle Hinweise finden, ob man dem Programm eher vertrauen kann oder dieses mit großer Skepsis betrachtet werden sollte.

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