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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Schulhof — Demoktratie

Dilemma-Diskussion

16.01.2019 Wiebke Nenoff

 

Demokratieprojekt am Evangelischen Gymnasium Tharandt

 

 

Verrate ich meinen Freund, um meinen eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen? Lasse ich meinen Banknachbarn abschreiben, auch wenn ich selbst Gefahr laufe, wegen Betrugs eine Sechs zu kassieren? Solche Dilemmata finden sich im Kleinen in unserem Alltag aber auch im Großen gesamtgesellschaftlichen Kontext.

 

Mit diesen Fragen beschäftigten sich letzten Donnerstag Schüler*innen am Evangelischen Gymnasium Tharandt im Rahmen eines Workshops zur Dilemma-Diskussion (KMDD). Sieglinde Eichert, zertifizierte KMDD – Lehrerin und Workshop-Leiterin, hat die 30 Schüler*innen mit unterschiedlichen Dilemmata konfrontiert und die Teilnehmenden sich fragen lassen: „Wie bewerte ich eine Situation.“ Und „Fällt mir die zu treffende Entscheidung leicht oder schwer?“. Dabei ging es darum, sich der eigene Haltung in einer Konfliktsituation bewusst zu werden und gleichzeitig zu veranschaulichen, wie unterschiedlich andere dieselbe Situation bewerten.

 

 

In der finalen, großen Dilemma-Diskussion saßen dann Pro- und Kontragruppe einander gegenüber. Diese beiden Gruppen bildeten sich durch die persönliche Wertung, die jeder Einzelnen zum Verhalten der Hauptperson aus der vorgestellten Geschichte, ein Dilemma aus dem Lebenskontext der Schüler*innen, hatte. Im Ping-Pong-Prinzip konfrontierten sich die Gruppen mit Argumenten für die jeweils eigene Position. Die eigene Haltung galt es zu behaupten, der anderen Partei galt es aufmerksam zuzuhören, die Argumente der anderen im fairen Austausch zu verstehen ohne abzuurteilen, auch wenn sie der eigenen Position widersprachen.

 

Nach anfänglich zögerlichem Austausch gab es zum Schluss einen emotionalen, intensiven Schlagabgleich im Kampf um die stärkeren Argumente. „Cool, diskutieren ohne anschreien, durchhalten die ganze Zeit, anders entscheiden dürfen ist cool“ war das Urteil einer Schülerin aus der 11. Klasse im Resümee der Diskussion. Ein Lehrer hat „gestaunt, wie tief man in die Argumente geht und sich gefreut, wie die Gegenseite – dank der vorgegebenen Gesprächsstruktur – auch wertgeschätzt wurde“.

 

„Ziel der Dilemma-Diskussion ist es zu lernen, respektvoll miteinander zu diskutieren“, sagt Sieglinde Eichert im Anschluss an den Workshop. Es gehe darum die „geistigen Muskeln für das Reden und Zuhören über schwierige Themen zu trainieren und eine Diskussionskultur zu schulen, die eine wichtige Basis für demokratisches Handeln bildet.“

 

Der Workshop fand im Rahmen des Demokratieprojektes der Schulstiftung mit Evangelischen Schulen in Sachsen statt. Der Workshop mit Dilemma-Diskussion ist ein Angebot der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung . (Für Bildungseinrichtungen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel kostenfrei.)

 

Das Demokratieprojekt wird gefördert von der Evangelischen Schulstiftung in der EKD.