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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Allgemein — Evangelisches Profil

Evangelische Schulen stellen sich vor

09.03.2015 Priska Krüger

Die Freie Evangelische Grundschule Hormersdorf konnte im Sommer 2014 ihr zehnjähriges Schuljubiläum mit einem festlichen Gottesdienst und anschließendem bunten Programm für unsere Kinder, Lehrer, Eltern, den Vorstand und Vereinsmitglieder begehen. Auch zahlreiche Vertreter aus Kommunal- und Landespolitik waren eingeladen. Für diese zehn Jahre, in denen es  Höhen und Tiefen gab, sind wir unserem Herrn sehr dankbar, denn er öffnete stets Türen und schenkte Hoffnung, wenn es so aussah, als könne es nicht weitergehen.

Grundschule_Hormersdorf

 

Aufgrund unserer „ländlichen Abgeschiedenheit“ ist es besonders schwer, (motivierte) Lehrer zu gewinnen. Die zahlreichen Bitten im regelmäßig durchgeführten Schulgebetskreis wurden von Gott rechtzeitig erhört. Seit Beginn des Schuljahres 2012/13 arbeitet eine integrative Lerntherapeutin an unserer Schule und ganz aktuell, nämlich mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres, wurde unser Lehrerteam durch eine junge Kollegin verstärkt, die ihr Studium und Referendariat gerade abgeschlossen hat. Was für ein großes Geschenk in dieser Zeit des so deutlich spürbaren Mangels an GrundschullehrerInnen. Mit dieser für uns so wunderbar verbesserten personellen Situation konnten wir nun ein Problem in Angriff nehmen, das mit großer Sicherheit auch andere Schulen betrifft. Alle LehrerInnen, die bereits mehrere Jahre in ihrem Beruf tätig sind, kennen es denn sie werden festgestellt haben, dass die Anzahl von Kindern mit Lernproblemen bis hin zu Lernstörungen kontinuierlich zunimmt. Dieser enormen Herausforderung, zusätzlich zur optimalen Förderung aller Kinder, ist  ein Lehrer pro Klasse, wie es an unserer Schule personaltechnisch und finanziell der Fall sein muss, einfach nicht gewachsen, wenn er hohe  Ideale verfolgt und jedem Schüler die bestmögliche Förderung zukommen lassen will. Durch eine fünfte Kollegin wird das nun leichter und es ist uns nun zum Teil möglich, diesen hoch gesteckten Anforderungen gerecht zu werden. Es ist so geplant, dass immer die Kollegin, die eine vierte Klasse abgibt, als Klassenleiterin für ein Jahr sozusagen pausiert und dadurch in allen Klassen variabel einsetzbar ist.

 

Eine zweite und unschätzbar wertvolle Hilfe ist unsere integrative Lerntherapeutin, die zurzeit  mit Unterstützung der Evangelischen Schulstiftung Leitlinien erarbeitet, die der Prävention von Lern- und Teilleistungsstörungen dienen und deren systematische Erprobung seit diesem Schuljahr an unserer Schule stattfindet. Dazu gehört ebenfalls die Neukonzeption der pädagogischen Schuleingangsuntersuchung, die die spezifischen Vorläuferfertigkeiten für den Lese- und Schreiblernprozess sowie für das Rechnen mit dem Ziel erhebt, frühzeitig bereits hier auftretende Risikofaktoren zu erfassen und entsprechende Fördermaßnahmen zu empfehlen oder selbst einleiten zu können. OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Beim Lernen während der Schuleingangsphase legen wir besonderes Augenmerk auf förderdiagnostische Lernbeobachtungen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der jeweiligen Klassenleiterin, so dass auch hier ein frühzeitiges Erkennen von Lernproblemen möglich ist. Bei auffälligen Lernentwicklungen werden standardisiert und qualitativ die individuellen Lernleistungen erhoben, sodass sofort integrative Einzelfördermaßnahmen in der Schule eingeleitet und von der integrativen Lerntherapeutin durchgeführt werden können. Unser Ziel besteht dabei darin, Teilleistungsstörungen wie LRS und Dyskalkulie frühzeitig zu begegnen, so dass den Kindern die Entwicklungen von lang anhaltenden negativen Lernerlebnissen und -erfahrungen erspart bleiben. Im ersten Erprobungsjahr konnten wir breits sichtbare Erfolge verzeichnen. Die enge Zusammenarbeit von Klassenleiterinnen und integrativer Lerntherapeutin führte dazu, dass keine Schüler mit schwerwiegenden LRS – Erscheinungen diesbezüglich Symptome entwickelt haben und dass der ansonsten erforderliche Schulwechsel so vermieden werden konnte. Die Effekte der Förderung werden regelmäßig erhoben, außerdem finden regelmäßig Fallbesprechungen zwischen Klassenleiterin und der lerntherapeutischen Fachkraft statt.

 

Perspektivisch besteht das Ziel der Konzeption darin, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Entwicklung von Teilleistungs- und Lernstörungen immer mehr in die Fachdidaktik des Unterrichts zu integrieren, so dass alle Kolleginnen davon profitieren können. Außerdem sind wir eine inklusiv arbeitende Schule, die Kinder mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, emotional- soziale Entwicklung, geistige Entwicklung und Körperbehinderung  zu ihren Schülern zählt. Dabei arbeiten alle Kolleginnen unseres Kollegiums als multiprofessionelles Team, das in der Arbeit in jeglicher Art voneinander profitieren kann, was sich sichtbar sowohl auf die optimale Lernentwicklung der Kinder als auch auf die Zufriedenheit der Eltern auswirkt.

 

Ein Beitrag der Schulleiterin Heike Kunis

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Tags

Evangelische Schulen, Freie Ev. Grundschule Hormersdorf