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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Lehrerzimmer — SCHWERPUNKTTHEMA

Fachtage „Digitale Schule – Lernen und Lehren in der digitalen Welt“, am 11. und 12. April 2019

17.04.2019 Volker Schmidt

Unsere Zukunft ist in allen Bereichen digital geprägt. Die Fachtage widmeten sich den Fragen: Wie können evangelische Schulen dieser sich verändernden Welt begegnen? Welche Konzepte, welches Wissen, welche Kompetenzen braucht es, um zukunftsfähig zu bleiben? Ein Bericht.

 

Do., 11.04.2019: Der erste Tag legte seinen thematischen Schwerpunkt auf Chancen und Herausforderungen bei der Arbeit der Pädagog*Innen mit digitalen Medien im pädagogischen Auftrag der Schulen.

 

Ein kurzer Überblick über die spannenden Beiträge:

Zentrale Fragen standen im Mittelpunkt wie  „Wohnt Gott jetzt im Netz? Wie verbinden sich unsere Vorstellungen von Bildung und Pädagogik an ev. Schulen mit der Herausforderung an Schule im digitalen Zeitalter?“ Dazu gab Birgit Hofmann von der Ev. Oberschule Schneeberg Impulse.

 

Die Vorstellungen und Vorhaben des Freistaats Sachsen zur Medienbildung und Digitalisierung in der Schule stellten aus dem Referat Digitalisierung und Medienbildung im Sächsischen Staatsministerium für Kultus Dr. Martin Kuhrau und Martin Arndt vor.  Wie sehen die Anforderungen an Schüler hinsichtlich ihrer Medienkompetenzentwicklung zukünftig aus? Ziele der Vermittlung dieser Fähigkeiten werden künftig die Befähigung und Stärkung der selbstbestimmten, aktiven und reflektierten Teilhabe der Schülerinnen und Schüler an der digitalen Gesellschaft. Medienbildung ist in diesem Zusammenhang als überfachliches Erziehungs- und Bildungsziel zu verstehen, zu dem jedes Fach seinen eigenen spezifischen Zugang vermittelt und somit alle Fächer zu einer ganzheitlichen Medienbildung beitragen. Die 2017 erschienene SMK-Konzeption „Medienbildung und Digitalisierung in der Schule“, wird aktuell in die Lehrpläne eingearbeitet, so dass diese ab dem Schuljahr 2019/2020 in allen Fächern und Schularten angewandt werden kann.

Kollaborieren oder Kollabieren? – Plattformbasierte Teamarbeit im schulischen Kontext: Am Beispiel des 2018 von der Bitkom als SmartSchool ausgezeichneten John-Lennon-Gymnasiums in Berlin-Mitte wurden im Vortrag von Nico Wirtz Systemiken der funktionalen Zusammenarbeit in der Schul- und Unterrichtsentwicklung auf Basis einer cloudbasierten Lernplattform aufgezeigt, typische Stolpersteine und Hürden angesprochen und die Ausformulierung eigener Lösungsansätze angeregt.

 

Im anschließenden World Café wurde sich mit den den drei Vorträgen intensiv beschäftigt: Digitalisierung ist nicht nur ein Schlagwort, das allgegenwärtig erscheint, die Teilnehmenden bemerkten, dass sie jetzt schon unseren Alltag verändert. Lehrer*innen gehen ganz unterschiedlich mit dem Thema um. Für die einen scheint sie ein Mittel zu sein, mit dessen Hilfe Lehren und Lernen von ganz allein gelingt, für andere ein Buch mit sieben Siegeln. Vielen macht schon das Stichwort „Medien“ Angst, weil sie sich bereits jetzt überfordert fühlen. Das World-Café gab allen diesen Stimmungen Raum, Zeit und Gehör.

In sechs folgenden Workshops konnten die Teilnehmenden zu folgenden Themen arbeiten:

1. Digital gesund?! – Gesundheitsförderung durch Medienkompetenzentwicklung in Klassen 3 bis 6

2. Die Schulsoftware der evangelischen Schulen in Sachsen

3. L³KIDS – Ein cloudbasiertes Lehr-, Lern-, Kommunikations-, Informations- und Dokumentationssystem

4. Medienkonzepte für Schulen

5. LearningApps und BookCreator

6. Die Chancen der Digitalisierung für eine neue Lernkultur

 

 

Fr., 12.04.2019: Der zweite Tag richtete sich vor an an die Führungskräfte ev. Schulen, die Schulleiter und Schulträger. Dabei ging es vor allem um technische Voraussetzungen und notwendige Konzeptionen für die Einführung von digital gestützten Lehr- und Lernumgebungen.

 

Zu Beginn des Tages wurde die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering gGmbH von Florian Sittig, Verantwortlich für die pädagogisch-didaktische Projektbetreuung vorgestellt. : Ein Angebot für die ev. Schulen in Sachsen

Thomas Hockert, Referent im Sächsisches Staatsministerium für Kultus, stellte den DigitalPakt Schule vor. Die Bundesregierung wird darüber rund 5 Milliarden Euro für die digitale Ausstattung von Schulen bereitstellen. Im Freistaat Sachsen soll die Priorität dabei auf der Herstellung einer digitalen Grundausstattung, insbesondere einer passiven Netzwerkinfrastruktur innerhalb des Schulgebäudes liegen. Sie ist die Voraussetzung dafür, entsprechend der SMK-Konzeption „Medienbildung und Digitalisierung in der Schule“ digitale Medien nutzen zu können, wenn dies pädagogisch sinnvoll ist. Ziel ist es, bis 2023 die Voraussetzungen hierfür in jedem Klassenzimmer in jeder Schule im Freistaat Sachsen zu schaffen. Insbesondere wurden die Eckpunkte für förderfähige und nicht förderfähige Projekte, das Antrags- und Bewilligungsverfahren, die Bewilligungsvoraussetzungen und die sowie die rechtliche Rahmenbedingungen dargestellt, soweit diese mit Blick auf die aktuell noch auf Bundes- und Landesebene laufenden politischen Abstimmungen bereits feststehen.

 

„Vom Kompetenzrahmen zum Medienbildungskonzept“: Ein spannender Beitrag von Birgit Hofmann, Lehrerin aus der Ev. Oberschule Schneeberg. Der DigitalPakt knüpft die Vergabe seiner Mittel an Medienbildungskonzepte der Schulen. Diese verstehen sich als integraler Bestandteil des Schulkonzepts und der schulischen Entwicklungsplanung, wenn es gilt, Schule digital zu denken. Im Vortrag wurden Stationen der Medienentwicklungsplanung und übertragbare Meilensteine auf dem Weg zu einem solchen Konzept umrissen.

In der Mittagspause kam die Schüler zu Wort. Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Schule Berlin Zentrum zeigten den Teilnehmenden, wie an ihrer Schule offene Lernformate und jahrgangsgemischte Lerngruppen das fördern, was auch das Internet zunehmend von uns fordert: Vernetzungskompetenzen! D.h.: Wie eine stärkere Vernetzung mit der Lebenswelt der Schüler, mit anderen Fächern und Expertenen innerhalb und außerhalb der Schulgemeinschaft gelingt und damit den immer komplexer werdenden Fragen begegnet, die uns die digitale Zukunft stellt. Die Schüler boten in ihrem  Workshop Einblicke in die Lernformate der Schule – wie z.B. das Fach „Verantwortung“ oder den Projektunterricht – und die Möglichkeit an einem analogen Prototypen digitale Kompetenzen zu schulen!

 

Ein Höhepunkt des Tages wurde mit dem Vortrag von Dr. Jan-Peter Braun, Schulleiter der IGS Lengede erreicht. In seinem Vortrag „Bildung in der digitalen Welt – Entscheidung für ein cloudbasiertes Lehr‐, Lern‐, Kollaborations‐, Informations‐ & Dokumentenmanagementsystem“ für Schüler, Lehrer, Eltern, Schulverwaltung und Schulmanagement stellte er anschaulich und mit praktischen Erfahrungen untersetzt dar, wie eine an digitalen Lernumgebungen, Lernmanagementsystemen und Cloud-Lösungen geschehen kann. Welches System ist für meine Schule geeignet? Benötige ich mehrere Lösungen? Wie beziehe ich in den Auswahlprozess alle relevanten schulischen Gruppen mit ein? Wie erfolgt eine erfolgversprechende Implementation? In diesem Vortrag wurden für die Einführung digitaler Lernumgebungen relevante Themen und Fragestellungen diskutiert.

 

Mit einen Podiumsgespräch zu Potentialen und Perspektiven der Digitalisierung ging der Tag zu Ende.

 

Ein Fazit: Evangelische Schulen können sich den Herausforderungen der Zukunft, einer zukünftigen digitalisierten Gesellschaft stellen, in dem sie aktiv den Umgang damit gestalten. Digitale Lern- und Lehrumgebungen können, pädagogisch sinnvoll eingesetzt, eine Bildung zu fördern, die die Schüler auf das Leben im digitalen Zeitalter vorbereitet. Sie können auch Schulen zu einem Ort zu machen, an dem Schüler gerne lernen und der Individualität der Schüler gerecht werden.  Um zu gestalten, müssen möglichst viele Pädagogen an einem Strang ziehen – und dabei möglichst die Schüler mit einbinden. Die Digitalisierung der Schulen ist sicherlich eine Herausforderung. Richtig eingesetzt bieten digitale Tools aber auch die Chance, Schulen nachhaltig zu verändern. Im Zentrum stehen die Schüler und ihre individuellen Interessen und Bedürfnisse. Die individuelle Förderung erfordert aber oft einen hohen Betreuungsaufwand. Digitalisierung kann viele organisatorische Prozesse effizienter gestalten, so dass mehr Zeit bleibt für den persönlichen Kontakt zwischen Lehrer und Schüler. Um die Digitalisierung der Schulen in diesem Sinne zu gestalten ist es unerlässlich, dass bei der Schulentwicklung möglichst viele verschiedene Expertisen eingebracht werden.

 

Die Schulstiftung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens stellt dafür zwei konkrete Unterstützungsmöglichkeiten für die ev. Schulen bereit:

  1. In einer gemeinsamen Kooperation der Schulstiftung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und dem Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering den ev. Schulen ab dem nächsten Schuljahr für zwei Jahre ein Kennenlernen der HPI Schul-Cloud ermöglicht. Die in dieser Kooperation anfallenden. In diesem Zeitraum entstehen dafür keine Kosten für die ev. Schulen.
  2. Die Schulstiftung sichert den ev. Schulen Unterstützung bei der Erstellung vom Medienkonzepten zu. Medienkonzepte sind sowohl für die Schulentwicklung bei Einführung digital gestützten Lern- und Lehrumgebungen notwendig, als auch ein Bestandteil bei der Beantragungen der Mittel über die in Kürze erscheinende „Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Gewährung von Zuwendungen zur Herstellung und Verbesserung der digitalen Infrastruktur in Schulen“. Zwei erfahrene Kollegen aus dem Kreis der ev. Schulen werden bei der Erstellung dieser Konzeptionen zu unterstützen.

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