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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Schulhof — Räume der Stille

Förderpreis Raum der Stille

25.04.2017

 

Das Evangelische Schulzentrum Leipzig hat mit seinem „Raum der Stille“ den 2. Platz des Förderpreises erhalten.

Hier finden Sie Auszüge aus der Laudatio von Pfarrer Frank Meinel:

 

„Herr Präsident, liebe verehrte Vertreterinnen und Vertreter des Evangelischen Schulzentrums Leipzig und anderer Evangelischer Schulen in Sachsen, liebe Schwestern und Brüder,

 

das Kuratorium der Evangelischen Schulstiftung vergibt den Zweiten Förderpreis für den Raum der Stille an das Evangelische Schulzentrum Leipzig. Uns haben die konzeptionell durchdachten Entscheidungen für die Gestaltung ihres Raumes sehr überzeugt. Der Raum prägt sichtlich das Evangelische Profil des bekannten Schulzentrums in der Reformationsstadt Leipzig.

 

Ein gedanklicher Inhalt führt immer zur einer angemessenen Form und eine Form lässt immer Rückschlüsse auf den Inhalt zu. Beides ist nie zu trennen – gerade auch nicht in evangelischer Tradition. Räume sprechen genauso, wie Texte und Lieder. Formen verkündigen Jesus Christus ebenso, wie Predigten. Diese notwendige Symbiose ist in unseren Augen hier besonders schön gelungen.

 

Ich kann jetzt nun wenige Aspekte, die uns die Schulleitung und die Fachschaft Religion übermittelt haben, hervorheben. Dazu möchte ich das Aktuellste gleich an den Anfang stellen. Im Schulzentrum findet zweimal wöchentlich eine Begegnung mit Flüchtlingen, die das nahegelegene ‚Südcafe‘ besuchen, statt. Wie wir alle wissen, ist das eine für uns Christen geradezu auf der Hand liegende Herausforderung. Dabei wird auch der prämierte ‚Raum der Stille‘ integriert. Der Ort, den man auch als ‚Schutzraum‘ begreifen kann, soll bei diesen Begegnungen für einen interreligiösen Dialog genutzt werden, wo sich Muslime, Christen und Menschen anderer oder keiner definierten Religion austauschen können. Wir finden das gerade in einer Evangelischen Schule bemerkenswert.

 

Uns hat weiter überzeugt, dass der ‚Raum der Stille‘ für den performativen Charakter des Faches Evangelische Religion an der Einrichtung genutzt wird. Wir wissen heute aus Theologie und Pädagogik, wie sehr begreifbare Kirche performativ sein sollte, um verstanden zu werden. Das Moment des Fühlens und Erlebens wird damit verstärkt. Wir gehen sozusagen in etwas hinein. Dort geschieht etwas mit uns. Und dann schauen wir reflexiv darauf, was dort mit uns geschehen ist und was das mit uns gemacht hat. Dieser Lernprozess ist von außerordentlicher Bedeutung. Sehr sympatisch fanden wir, dass man dort auf den Teppichfliesen sitzen und liegen kann. Wie schön! Im Schulalltag auch liegen können!

 

Der Ort wird von den Bewerbern selber als – ich zitiere ‚räumliches Kleinod und als Oase der Ruhe inmitten einer lauten und fröhlichen Schule‘ – Zitat Ende – gesehen. Entwickelt wurde der ‚Raum der Stille‘ schon ab dem Schuljahr 2002, also vor 15 Jahren, als sich Schüler, Eltern, sowie Religions- und Kunstlehrer zusammenfanden. Das ist für das noch junge Alter unserer evangelischen Schullandschaft eine lange Zeit und zeigt Entwicklungen.

 

Diese Bemerkung lässt mich nun abschließend noch kurz auf das Evangelische Schulzentrum Leipzig als Ganzes eingehen. Für viele, auch für mich, ist – wie wir gerne sagen – EVA SCHULZE – eine Art Initialzündung und Leuchtturm für christliche Schulen in Sachsen gewesen – und ist es noch. Das Zentrum ist nicht nur das größte seiner Art im Bereich der Schulstiftung, sondern auch eines der frühesten Projekte, die nach der friedlichen Revolution entstanden. Es hat geradezu Magnetwirkung ausgelöst. Manchmal werden dort sogar Schulleiter schnell Oberbürgermeister.

 

Möge die Vorbildwirkung – bereichert durch den nun prämierten Raum der Stille – weitere Kreise ziehen. Namens des Kuratoriums wünsche ich den Schülern, Eltern, Lehrern und allen Mitarbeitern Gottes Segen und Freude an der schönen und wichtigen Aufgabe, den Bildungsauftrag des Evangeliums weiterzutragen.“

 

Pfarrer Frank Meinel, Dresden am 01.04.2017