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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Allgemein

Inklusions-beauftragte auf der Zielgeraden

09.12.2019

Zum vierten Mal trafen sich zwischen dem 25. und 27.11.2019 Vertreter der evangelischen und katholischen Schulen in Sachsen an der Evangelischen Akademie in Meißen, um gemeinsam den Weg in Richtung inklusiver Schule zu beschreiten, indem Mitarbeitende dieser Schulen zu Inklusionsbeauftragten fortgebildet werden. Aufgabe dieser wird es dann an ihren Schulen sein, als Gestalter, Manager und Motor einer „Beteiligungskultur“ zu wirken, ihr Wissen zum Thema in die Kollegien zu tragen, Chancen zur Partizipation zu ermöglichen und so zur Schulentwicklung beizutragen.
Während es in den ersten drei Modulen um grundsätzliche Begriffsklärungen, Fragen der Rollenfindung, didaktische Aspekte des inklusiven Unterrichts sowie die Theorie und Praxis der verstehenden Diagnostik ging, standen in Modul 4 Themen wie die Berücksichtigung verschiedener Lernbedürfnisse, sonderpädagogische Förderdiagnostik und Nachteilsausgleich im Mittelpunkt.
Unterstützt durch Annette Oettmeier (Koordinatorin für Inklusion, Landesamt für Schule und Bildung, Standort Leipzig) und Hans-Christian Karger (Institut für Förderpädagogik der Universität Leipzig) erarbeiteten sich die Teilnehmer wichtige Impulse, wie spezifische Lernbedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler erkannt, berücksichtigt und unterstützt werden können. Gerade im Vergleich mit den Regelungen des Freistaates Sachsen wurde deutlich, inwiefern sich den Schulen in freier und besonders in christlicher Trägerschaft Möglichkeiten bieten, Inklusion zum Eckpunkt ihrer Schulentwicklung zu machen, aber auch an welchen Stellen unseren Schulen organisatorische und ressourcenorientierte Grenzen gesetzt sind. Rahel Szalai (Institut für multiprofessionelle Kooperation), die bereits Modul 1 der Fortbildung begleitet hatte, führte die Teilnehmer darüber hinaus in wesentliche wissenschaftliche Beobachtungsformen ein und bereitete damit das nachfolgende Orientierungspraktikum vor, das die Fortzubildenden an verschiedenste Schulen in Sachsen und z.T. darüber hinaus führen wird. Dort werden die Teilnehmer erfahren, inwieweit Inklusion an verschiedenen Schulformen bereits umgesetzt ist, wie Unterrichtsaspekte bereits mehr oder weniger inklusiv differenziert werden und erhalten so wichtige Impulse für die Schulentwicklung an ihrer eigenen Schule.
Ihren Abschluss findet die Weiterbildung im April kommenden Jahres, wenn sich der gesamte Kurs zur Auswertung der Praktika, aber auch zur Planung der Weiterentwicklung inklusiver Konzepte an den Schulen und Vereinbarung künftiger Netzwerkarbeit und Kooperation erneut in Erfurt trifft. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden auch die Fortbildungszertifikate übergeben und es besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Fachtagung der EKD zum Thema Inklusion.
Dieser dadurch bis zum letzten Tag ermöglichte äußerst kommunikative Blick über den schuleigenen Tellerrand erwies und erweist sich – nach übereinstimmender Aussage aller Teilnehmenden – als eine der wertvollsten Ressourcen dieser konfessionsübergreifenden Zusammenarbeit. Einander vorurteilsfrei zu begegnen, Ideen an anderen Strukturen zu messen, eigene Urteile und Haltungen zu überprüfen, dadurch manches zu lernen und sich zum Vorbild zu nehmen, aber auch Gewohntes zu verwerfen, weil es an anderer Stelle gute, neue Vorbilder gibt, in manchen Fällen das Eigene neu und mit mehr Dankbarkeit schätzen zu können, sind wesentliche Momente der Kooperation und wohl auch Grundvoraussetzungen für die Entwicklung inklusiver Bildung und einer grundsätzlichen Haltung von Inklusion.
Dr. Annette Leithner-Brauns und Dr. Brit Reimann-Bernhardt

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