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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Allgemein

Im Spielraum der Freiheit – Evangelische Schulen „prosignieren“

12.09.2019 Patrick Franz

Der Vortrag von Prof. Dr. Schreiner (re.) regte die Schulversammlung an

Mehr Bewegung, mehr Aktivität und mehr Austausch. Das waren die Hintergedanken zur diesjährigen Schulversammlung der evangelischen Schulen Sachsens am 29. August 2019 in der Dresdner Dreikönigskirche – und der Plan ging auf.

 

So wurde der neue Orientierungsrahmen für das evangelische Schulprofil nicht herkömmlich in einem Vortrag vorgestellt, sondern die anwesenden Vertreter von Schulen und Schulträgern konnten sich mit Thesen und Antithesen selbst aktiv damit auseinandersetzen, indem sie Erfahrungen, Erfordernisse und Schwierigkeiten an Pinnwänden anbringen konnten. Volker Schmidt, Vorstand der Schulstiftung, erklärt: „Wir wollen die Vertreter der Schulen gern in die inhaltliche Gestaltung der Schulversammlung als Plattform des Austausches einbinden. Denn die Zusammenarbeit der evangelischen Schulen zu stärken, ist ein großes gemeinsames Ziel, welches wir hier nicht nur symbolisch, sondern viel mehr sogar praktisch verfolgen.“

  Bild: Alle Schulvertreter tauschten sich über die Thesen an den Pinnwänden aus.

Als diskursiven Beitrag setzte sich Prof. Dr. Martin Schreiner von der Universität Hildesheim mit der Frage nach der „Theologischen Mitte evangelischer Schulen im Spielraum der Freiheit“ auseinander. Dabei zeigte der Religionspädagoge zunächst auf, wie sich religiöser Analphabetismus in einer heute sehr säkular geprägten Gesellschaft ausgebreitet hat. Kinder und Jugendliche könnten oftmals zu Fragen des Glaubens keine Auskunft geben. Sein Fazit lautete, dass evangelische Schulen prosignieren statt resignieren, weil sie in einer Zeit fragiler Wertevorstellungen und gesellschaftlichen Spannungen für eine Kultur der Hoffnung, des Dienstes am Anderen sowie der Entfaltung eines und einer jeden einstehen. Sie bieten Ermöglichungsräume für eine religionssensible Schulkultur inklusive interkultureller und interreligiöser Bildung und wollen die Menschenfreundlichkeit des christlichen Gottes im gesellschaftlichen Miteinander erfahrbar machen.

 

Dank einer interaktiven Online-Umfrage stimmte das Publikum live vor Ort konkrete Fragestellungen zur Umsetzung des evangelischen Profils an ihren Schulen ab. Schulstiftungsvorstand Martin Herold: „Auch wenn man hier natürlich keine repräsentativen Ergebnisse erhalten kann, so geht es darum, sich auf einer solch zentralen Veranstaltung überhaupt einmal Gedanken über das gemeinsame Profil der 74 einzelnen evangelischen Schulen und vor allem der Praxis an den Standorten zu machen.“

 

In einer Podiumsdiskussion stellten sich Prof. Schreiner, Burkhart Pilz in seiner Funktion als Kuratoriumsvorsitzende der Schulstiftung, die Leipziger Pfarrerin Christiane Dohrn und Lehrerin Rosi Schmidt-Löschner von der evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge nach kurzer Diskussion auch Fragen der anwesenden Schulvertreter. Pilz hob dabei besonders hervor, dass der Freistaat Sachsen bei der beabsichtigten Betonung von Wertevermittlung die Bedeutung der Religionen auch an staatlichen Schulen stärken sollte und zwar speziell, indem Verständigungsaspekte von Glaubensrichtungen hervorgehoben werden statt Konflikte in den Vordergrund zu rücken.

Bild: Pfarrerin Christiane Dohrn und Burkart Pilz moderierten den Gallery Walk

Im letzten Abschnitt wurde der Förderpreis „Kirche macht Schule“ vorgestellt. Bis zum 31. Januar 2020 können sich gemeinsame Projekte von evangelischen Schulen und Kirchgemeinden bewerben, bis zu drei davon werden mit einem Preisgeld von insgesamt 14.000 Euro prämiert. Kerstin Göpfert vom Landesjugendpfarramt präsentierte Projekte des Ökumenischen Wegs (https://www.oekumenischerweg.de/), der sich u.a. für das Umweltbewusstsein von Kindern und Jugendlichen zur Bewahrung der Schöpfung einsetzt und auch interessante Materialien für den Schulalltag bereithält. Zum Schluss gab Michael Zimmermann Einblicke in die Friedensarbeit des Landesjugendpfarramts mit Heranwachsenden.

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