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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Allgemein

Schüler sehnen sich nach Schule

13.04.2020 Patrick Franz

Elftklässer Lucas gibt zu: „Ich bin tausendmal lieber in der Schule!“

 Bild: Aus eigener Vernunft setzt sich Elftklässer Lucas auf die heimische Terrasse und lernt.

Bereits seit über vier Wochen heißt es Unterricht zuhause in Sachsen – die Corona-Pandemie hat Lehrkräften, Schüler*innen und Eltern neue Erfahrungen beschert. In Windeseile sind neue Digitalisierungsplattformen aus dem Boden geschossen. Die Schulstiftung schaut in einer mehrteiligen Serie auf die alltäglichen Auswirkungen für alle Beteiligten und die Chancen, die daraus erwachsen. Diesmal geht es um die Sicht von Schüler*innen…

 

Lucas geht in die 11. Klasse des Ev. Schulzentrums Pirna. Seine Bestandsaufnahme zum sogenannten Homeschooling:  „Es ist für Lehrkräfte und Schüler schwierig, denn Online-Lernen war vorher nicht wirklich populär. Manche Lehrer*innen machen jetzt super viel – besonders, wenn sie schon vorher in der Schule digitale Elemente in den Unterricht eingebaut haben.“ Ein Beispiel aus dem Englisch-Unterricht hat er direkt parat. So bekommt seine Klasse einen Link zu einem englischsprachigen Youtube-Video und soll daraus Stichpunkte und andere Aufgabenstellungen herausarbeiten. Der Jugendliche gibt klar zu, was wohl vielen Schüler*innen in fast allen Altersstufen ähnlich gehen dürfte: „Mir fällt es schwer, mich zuhause so zu strukturieren, dass ich quasi von 8 bis 14 Uhr alles an einem Stück durchziehe. Das ist beim Online-Unterricht echt schwierig, weil man bei der Menge an Aufgaben dann Gefahr läuft, den Anschluss zu verlieren.“

 

Oft kommen am Tag sechs bis sieben neue Mails mit Aufgaben unterschiedlicher Größe. Nicht einfach, da alles allein komplett im Blick zu haben. „Meine Eltern mischen sich nicht mehr ein. Es ist mein Abitur, deshalb sehe ich das auch selbst ein“, erklärt Lucas zielgerichtet.

 

Ist er also froh, wenn es wieder losgeht? „Hundertprozentig“, antwortet der Jugendliche. „Man hat mehr Tagesorganisation und sieht endlich seine Freunde wieder. Mir ist es tausendmal lieber, als mir daheim alles selbst aneignen zu müssen. Wenn man Fragen hat und muss jedes Mal eine Mail schreiben, um dann wieder auf eine Antwort zu warten, ist das umständlich. Da würde ich mir wünschen, wie sonst in der Schulstunde, einfach den Lehrer fragen zu können.“ Die Corona-Zeit sorgt anscheinend dafür, dass Kinder und selbst teilweise Teenies ihr gewohntes Lernumfeld und die Arbeit ihrer Lehrkräfte mehr zu schätzen wissen. Sie sehnen sich nach Normalität – und die heißt Unterricht in der Schule.  

 

Den ersten Teil unserer Serie mit dem Titel „Lehrer wachsen in Corona-Zeit über sich hinaus“ finden Sie hier.

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