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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Schulhof — Bericht

Schuljubiläum

20.12.2016

 

Am 06. Dezember feierte das Evangelische Schulzentrum Leipzig, gern auch als „Eva Schulze“ bezeichnet, sein 25-jähriges Bestehen mit einem Gottesdienst in der Nikolaikirche, einem Adventsmarkt auf dem Schulhof und einem abendlichen Konzert in der Peterskirche. Als Schülerin des Schulzentrums habe ich diese Veranstaltungen alle besucht und die Geburtagsfeierlichkeiten intensiv miterlebt.

 

25 Jahre scheinen für eine Schule nicht unbedingt eine lange Zeit, vergleicht man es etwa mit der Thomasschule, die auf eine Tradition von über 800 Jahren zurückblickt. Doch ich, mit gerade einmal 17 Jahren, von denen ich immerhin mehr als elf in und mit der Schule verbracht habe, habe dieses Jahr festgestellt, dass ich das Schulzentrum als eine Selbstverständlichkeit wahrnehme und mir die Geschichten aus der Gründungszeit seltsam fremd und weit weg vorkommen.

 

Beim Festempfang, der anlässlich des Jubiläums gegeben wurde, wurde unter anderem aus Briefwechseln aus der Entstehungszeit des Schulzentrums zitiert: ‚Es ist eine schwere Geburt und fraglich, ob das Kind sie überlebt‘, hieß es sinngemäß. Das Kind hat die schwere Geburt überlebt und ist seitdem gewachsen und gediehen, sodass ich es mir in seiner Frühphase nur schwer vorstellen kann.

 

Aus einer Elterninitiative aus dem Herbst 1989 entstand der Verein „Freie christliche Schule Leipzig“ (später: „Evangelisches Schulzentrum Leipzig e.V.“), der das Ziel verfolgte, eine ebensolche Schule aufzubauen. Nach der offiziellen Genehmigung konnten im August 1991 im Gebäude der früheren Goetheschule, direkt neben der Peterskirche, 121 Schüler und 7 Lehrer ihren Alltag beginnen. Am 6. Dezember des gleichen Jahres wurde die Gründung in der Nikolaikirche mit einem Gottesdienst begangen.

 

Seitdem ist die Schule in vielerlei Hinsicht gewachsen. Inzwischen werden mehr als 1000 Schüler in Grund-, Oberschule oder Gymnasium von mehr als 100 Lehrern unterrichtet. Neben dem Altbau der ehemaligen Goetheschule gibt es einen Neubau für Grundschule und Turnhalle, kleinere Gebäude, zum Beispiel für Musikräume und ein weiteres Gebäude in der Parallelstraße für Ganztagsangebote. Außerdem haben sich über die Jahre Besonderheiten im Unterricht und Schulalltag etabliert, wie das Fach „Freiarbeit“ für Schüler bis zur 6.Klasse, in dem selbständig an Aufgaben und Projekten gearbeitet wird oder „Diakonie“ für Schüler der Oberschule ab Klasse 6, zusätzliche Kursangebote für die Oberstufe wie „Antike“ und „Geist und Materie“, gemeinsame Gottesdienste zu Schuljahresbeginn, -abschluss und kirchliche Feiertage, montags gibt es vor der ersten Stunde die Möglichkeit, zu einer wöchentlichen Andacht zu gehen. (Neben ihr soll es ab nächstem Jahr auch jede Woche eine Taizé-Andacht in der Mittagszeit geben.) Das und noch mehr sind die offensichtlichen Unterschiede zu anderen Schulen.

 

Als ich mit 5 Jahren zum ersten Mal mit meiner Mutter vor dem Schulhaus stand, um mit dem damaligen Schulleiter das übliche Gespräch zum Kennenlernen zu führen, soll ich gesagt haben: „Hier geh ich nicht hin!“ Heute, mehr als elf Jahre später, bin ich froh, dass meine spontane Abneigung nur noch eine Anekdote ist und keine Auswirkungen hatte und ich doch jeden Tag in unser Schulhaus gehe. Denn neben den Unterschieden in den Unterrichtsfächer und dem Wochenablauf gibt es an unserer Schule auch eine Besonderheit im Miteinander. Ich muss natürlich zugeben, dass ich nie eine andere Schule besucht habe, mit der ich das Eva Schulze vergleichen könnte, aber auch andere, die durch andere Schulerfahrungen qualifizierte Einschätzungen liefern können, sind der gleichen Meinung.

 

Auch wenn 25 Jahre noch als wenig erscheinen, ist in dieser Zeit viel passiert, vieles hat sich verändert. Ich bin optimistisch, dass dies erst der Anfang der Geschichte des Eva Schulze war und sie sich noch lange weiterspinnen wird. Denn das Kind, dessen Geburt zeitweise so schwierig war, ist groß und stark geworden. Und dann kann man 25 Jahre auch mal richtig feiern.

 

Henrike Kalteich (12. Klasse)

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