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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Schulhof — Bericht

Über den Tellerrand schauen

11.02.2016 Wiebke Nenoff

Oft werden wir in Gesprächen gefragt, was unser christliches Profil denn nun ausmacht. Was uns von anderen unterscheidet, worauf wir in unserem Schulzentrum WERTlegen. Christliche Werte leben und weitergeben – das Salz und Licht sein, Menschlichkeit und Barmherzigkeit zeigen, einander offen begegnen, den anderen annehmen. Das ist schnell und leicht gesagt. In unserer Schulpartnerschaft mit der Kristiga Vidusskola in Riga wird all dies praktisch und konkret.

Viele Kinder und Familien an dieser Schule in der lettischen Hauptstadt kennen nach wie vor unseren westlichen Lebensstandard nur aus Kaufhaus und Reklame. Sie können es sich nicht leisten, an vollgedeckten Tischen zu schlemmen, viele unserer alltäglichen Konsumgüter sind enorm viel teurer, Weihnachtsgeschenke viel größer. Und so ist es neben vielen anderen Aktionen immer ein großer Spaß, wenn unsere Klassen in der Vorweihnachtszeit für jede Schülerin und jeden Schüler ein Weihnachtspäckchen packen und diese dann in großen Umzugskartons auf die Reise gehen. Und zeitgleich basteln und werkeln die Schülerinnen und Schüler in Riga und wir freuen uns vor Weihnachten auf Bilder, Poster, Kerzen und viele andere kreative Ideen, die unser Schulhaus dann schmücken.

Neben Briefpartnerschaften und Geschenkaktionen, gemeinsamem Gebet füreinander und dem Austauschen aktueller Entwicklungen gelingt es uns auch immer mal wieder, Schülerbegegnungen zu organisieren. Unser letzter Besuch in Riga war schon viele Jahre her und so freuten wir uns im Sommer 2015 ganz besonders, unterstützt durch Fördergelder, in Chemnitz eine Schülergruppe willkommen zu heißen. Wir verbrachten in den Sommerferien eine lustige, aktive und abwechslungsreiche Woche. Unter dem Motto „Einheit in bunter Vielfalt“ entstanden spannende Diskussionen, gab es interessante Dinge über DIE ANDEREN zu erfahren. Es wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede gefunden und sich kreativ mit vielen Dingen auseinandergesetzt. Wir haben auf beiden Seiten junge Menschen erleben dürfen, die offen aufeinander zugingen und gemeinsam eine gute Zeit hatten.

 

Offenheit und Akzeptanz. Ein Signal setzen in den gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Diskussionen. Einander annehmen, helfen und unterstützen – unabhängig von Herkunft und sozialem Status – auch das ist unser christliches Profil. Bei der Unterstützung in der Flüchtlingsarbeit hier vor Ort in Chemnitz und dem Brückenbauen zwischen Kulturen und unterschiedlichen Identitäten.

 

Claudia Zimmermann

Autor(en) des Artikels