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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Schulhof

Vom E-Auto bis zum Politikverständnis

08.11.2019 Patrick Franz

Klimatag am kreuzgymnasium begeistert

Bild: Die ehemaligen Schülerinnen Emma Neuber und Sophia Weller eröffnen mit Schulleiter Jörg Wetzel den Klimatag.

Das evangelische Kreuzgymnasium in Dresden hat mit vielen großen Partnern der sächsischen Landeshauptstadt einen beeindruckenden Mottotag zum Klimawandel auf die Beine gestellt. So hatten sich für die Leitung der Projektstunden am Mittwoch, den 30. Oktober unter anderem die Gläserne Manufaktur, die Dresdner Verkehrsbetriebe, die TU, das sächsische Umweltministerium, die Stadt Dresden und die kirchliche Initiativbewegung „Ökumenischer Weg“ bereiterklärt.

Bild: Die Kinder und Jugendlichen warten gespannt auf die vor ihnen liegenden Projektstunden.

Gesamt wurden 39 Workshops für rund 800 Schüler von der fünften bis zur zwölften Klasse durchgeführt. Organisiert wurde der sogenannte „Klimatag“ von Emma Neuber und Sophia Weller, zwei Absolventinnen des diesjährigen Abiturjahrgangs der Schule. Zu Gast waren auch Politiker aus dem Stadtrat, die sich in einer Podiumsdiskussion einen Schlagabtausch zu unterschiedlichen ökologischen Ansichten lieferten.

 

Zur Entstehung ihrer Idee erzählt Emma Neuber: „Wir haben bei unserem Schulleiter Herrn Wetzel nachgefragt, ob er Freistellungen zu den Fridays-for-Future-Demonstrationen zulässt. Er meinte, dass er uns stattdessen eher einen ganzen Projekttag zum Thema Klimawandel ermöglichen würde.“ Auch Jörg Wetzel war begeistert, wie schnell seine Abiturientinnen dafür Feuer und Flamme waren: „Zwei Tage später kamen sie mit einem fertigen Konzept in mein Büro hereinspaziert“, verrät er stolz.

Bilder: E-Autos wurde zum besseren Verständnis der Technik als Miniaturstücke nachgebaut. Möglich machte das die Zusammenarbeit mit der Gläsernen Manufaktur.

So durften die Kinder und Jugendlichen vom Frühstück mit ökologisch sinnvoller Ernährung über Baumpflanzen bis hin zum Miniatur-Nachbau von Elektroautos mit quasi allen wichtigen Bereichen und Blickwinkeln auf Klimafragen auseinandersetzen. Die Schüler sollten dabei selbst drei Wünsche äußern, an welchen Projektstunden sie teilnehmen wollen, womit das Interesse explizit gefördert wurde. Sophia Weller erklärt: „Unser Ziel war es, dass man sich nicht nur mit Forderungen gegenüber anderen beschäftigt, sondern mehr fürs eigene Leben und eigene Handeln lernt und Hintergründe hinterfragt.“

 

Letzten Endes ging es also um deutlich mehr als eine Dauerwerbesendung für ökologische Politik, sondern vielmehr darum, gesellschaftliche und politische Willensbildungsprozesse zu verstehen. Deshalb wurde sogar die AfD als klimakritische Partei zur Podiumsdiskussion eingeladen. Weller ist überzeugt: „Wir wollten alle Parteien des Dresdner Stadtrats berücksichtigen. Eine Partei von vornherein auszuschließen, wäre deshalb falsch. Die AfD gilt derzeit als eine demokratische Kraft.“ Außerdem sollten die Schüler*innen so die Erfahrung machen, sich mit kritischen Haltungen gerade auch eventuell älterer Generationen konstruktiv auseinanderzusetzen. Auf diese Art und Weise konnten sie erkennen, dass es wichtig ist, Ihre Meinung zu vertreten und zu verteidigen, auch wenn das nicht bedeutet, dass am nächsten Tag bereits konkrete politische Vorhaben zu erwarten oder durchzusetzen sind.

Bild: Bei einer Podiumsdiskussion mit Stadtpolitikern durften die Schüler Fragen zur Klimapolitik stellen, mussten sich genauso auch mit kritischen Reaktionen auseinandersetzen.

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