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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Allgemein

Wenn Kirche und Schule zusammenwachsen…

15.09.2020 Patrick Franz

Schulversammlung liefert frische Projektideen – und blickt über den Tellerrand

 Bild: Dr. Brit Reimann-Bernhardt und Birgit Hofmann eröffnen als Schulentwicklungsreferentinnen die Schulversammlung 2020.

Ein Leib und viele Glieder. Das biblische Bild kann vor Augen führen, dass viele evangelische Einrichtungen – egal ob Gemeinde oder Schule – gerade regional zusammengehören und gemeinsam besondere Wirkung entfalten. Aus einem solchen Beispiel heraus speiste sich das Thema der diesjährigen Schulversammlung, bei der Vertreter*innen aller Ev. Schulen in Sachsen zusammenkommen…

 

So präsentierte mit dem Martinszentrum Bernburg extra ein Sonderfall außerhalb des eigenen Tellerrands, wie Kirche und Schule im wahrsten Sinn des Wortes „zusammenwachsen“ kann. Denn in der sachsen-anhaltinischen Kleinstadt wurden ab 2004 ein Kindergarten mit Krippe sowie eine Grundschule mit Hort direkt um die Martinskirche gebaut. Damit wurde gegenseitige Raumnutzung in Stein gemeißelt oder besser in Glas gehüllt. In der Kirche wurde nämlich direkt am Eingang ein gläserner Innenraum integriert. Dort werden über zwei Stockwerke verteilt Sport, Kunst und Werken unterrichtet. Die Botschaft ist klar: Schule bringt Bewegung in die Kirche. Gleichzeitig steuert auch Kirche Projektideen für die Kinder bei – eine Win-Win-Situation.

 

In vier Workshops beschäftigten sich unsere Schulvertreter*innen nun mit dem Stand an den Ev. Schulen in Sachsen. Das Ergebnis eines allgemeinen Austauschs: Die Zusammenarbeit von Kirchgemeinde und Schule funktioniert meist dann, wenn mindestens eine von zwei Bedingungen erfüllt ist. Entweder es gibt eine gute persönliche Verbindung zum/r Gemeindepfarrer*in oder eine verbindliche Struktur, die dazu verpflichtet. Letzteres meint vor allem, dass Kirchenvorstand oder Pastor*in fest in Austauschgremien der Schule vorgesehen sind.

 

 Bild: Gut zu sehen, wie die Abstände bei der Schulversammlung 2020 wegen der Corona-Pandemie eingehalten werden mussten.

 

Beispielhaft wurden auch drei erfolgreiche Modelle aus Sachsen vorgestellt. In Klipphausen führte die Oberschule mit Unterstützung von Pfarrer Christoph Rechenberg eine Entdeckungstour zu wichtigen Gebäuden und Plätzen der Ortsgeschichte ein. Das Zeitzeugenprojekt läuft über große Teile des Schuljahrs, blickt in dunkle Kapitel, wie ein regimetreuer Pfarrer die Nazis unterstützte oder ein katholischer Priester ins KZ Dachau interniert wurde.

 

Schulpfarrerin Beate Damm präsentierte moderne Abläufe, Themen und Vorbereitungen für Schulgottesdienste am Kreuzgymnasium. Schulleiterin Annekatrin Bratke von der Ev. Grundschule Bräunsdorf wünscht sich sogar eine Fortbildung dazu: „Wir hätten noch viel länger erzählen können. Ich hatte das Gefühl, egal aus welcher Schulart wir kamen, alle haben jede noch so kleine Idee wie ein Schwamm aufgesogen.“

 

Außerdem berichtete die Ev. Grundschule Göltzschtal, wie Hortkinder in den Herbstferien eine Kinderbibelstadt aufbauen und sich darin phantasievoll austoben.

 

Schulstiftungsvorstand Volker Schmidt betont: „Gerade dank der großen Mitwirkung aller Gäste können wir von einer gelungenen Veranstaltung sprechen – und vielleicht ermutigt es auch zur Teilnahme am Förderpreis.“ Bis zum 15. Oktober können sich Ev. Schulen mit Gemeindeprojekten per Mail an schulstiftung@evlks.de bewerben. Drei Zusammenarbeiten mit Kirche vor Ort werden mit gesamt 14.000 Euro prämiert. 

 

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