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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Allgemein

Zwischen Kreidetafel, Smartboard und Büchern auf dem Tablet

17.11.2020 Hagen Kunze

Ev. Oberschule Lunzenau arbeitet mit neuem Medienbildungskonzept

Bildunterschrift: Informatiklehrer Ullrich Meyer beim Unterricht am Smartboard

Wenn Informatiklehrer Ullrich Meyer an der Evangelischen Oberschule Lunzenau früher ein Video in seinen Unterricht einbinden wollte, musste er die betreffende Datei auf einen Laptop der Schule überspielen, dann diesen mit Videokabel an einen Beamer anschließen, für den Ton noch zusätzlich eine Box per Lautsprecherkabel verbinden und zuletzt inständig hoffen, dass alle Komponenten reibungslos funktionieren. „Das hat manchmal schon recht lange gedauert, ehe alles vorbereitet war“, erinnert sich Meyer. „Raum für spontane Entscheidungen gab es da kaum.“

 

Wenn Meyer heute mitten im Unterricht einfällt, dass er zu diesem oder jenem Thema ein geeignetes Video auf seinem privaten Handy hat, das er zeigen könnte, verbindet er das Gerät in Windeseile mit dem neuen Smartboard (digitale Tafel) in seinem Informatikzimmer – und schon kann er die Schüler auch an spontanen Ideen teilhaben lassen. „Das erleichtert die Abläufe sehr und schafft Raum für das, was wir eigentlich machen müssen, nämlich spannenden und abwechslungsreichen Unterricht zu halten.“

 

Das Smartboard im Infokabinett ist nur ein Teil des neuen Medienbildungskonzeptes, mit dem die Evangelische Oberschule arbeitet und dessen Erstellung von der Evangelischen Schulstiftung Sachsen gefördert wurde. „Medienkompetenz zu erlangen, ist in Sachsen kein eigenes Unterrichtsfach, sondern fließt in alle überarbeiteten Rahmenlehrpläne ein“, berichtet Schulleiter Daniel Illgen. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat Illgen darum die Zeit des Corona-Homeschoolings im Frühjahr und die Sommerferien genutzt, um das Medienbildungskonzept der Schule weiterzuentwickeln. „Wir wollen, dass unsere Schüler auf allen erdenklichen Wegen lernen und ihre Kompetenzen so immer weiter entwickeln.“

 

Lange diskutiert wurde darum über die Frage, ob die flächendeckende Einführung von Beamern in den Klassenzimmern und Fachkabinetten, die allesamt auch die Übertragung von Inhalten eigener Geräte ermöglichen, den Einsatz der klassischen Kreidetafel ersetzen sollten. Das Kollegium entschied sich schließlich für einen Mittelweg: Die altbekannte grüne Wandtafel ziert noch fast alle Räume, davor lässt sich aber ein Rollo aufziehen, auf dem Inhalte von Tablet und Co. gespiegelt werden können. „So können wir auch die Lehrer für das Konzept begeistern, die dem umfangreichen Einsatz neuer technischer Geräte kritischer gegenüberstehen“, weiß Illgen. Zumal Bildungsforscher auch wissen: Selbst großflächiger Einsatz neuer Medien kann nicht die immens wichtige Entwicklung der eigenen Handschrift etwa beim Schreiben mit Stift auf Papier ersetzen.

 

Dennoch ziehen auch an der Evangelischen Oberschule nun zwei Klassensätze transportabler Tablets im Unterricht ein. Sie erleichtern den Schülern den Alltag. Denn nach und nach erwirbt die Schule Bücher nicht mehr in gedruckter Form, die dann in schweren Rucksäcken stundenlang durch die Gegend transportiert werden. Stattdessen kauft die Bildungseinrichtung Lizenzen für so genannte E-Books, die auch Videos oder Audios direkt ins Lehrwerk integrieren. „Geschichtsunterricht kann so viel plastischer werden, wenn die Schüler gleich am Tablet sehen, wie die Überschwemmungen am Nil eine ganze Landschaft prägten“, erläutert Felix Härtel, der mit Klasse 5 und 6 den digital gestützten Unterricht schrittweise einführen wird.

 

In Zeiten von Corona sind derartige Geräte zudem eine Investition von Weitblick, wie Ullrich Meyer weiß: „Wenn Schüler in Quarantäne gehen müssen, können wir ihnen für diese Zeit ein Tablet ausleihen, auf dem wir zuvor die nötigen Lehrwerke für ihre Klassenstufe und auch digitale Übungsaufgaben aufgespielt haben.“

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