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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Schulhof — Interview

Schnuppertage an Evangelischen Schulen in Sachsen

07.06.2018 Wiebke Nenoff

Interview mit einer Studentin

 

Die Schnuppertage der Evangelischen Schulen in Sachsen sind ein besonderes Angebot für Studierende im Lehramt. Während einer Woche können interessierte Student*innen an verschiedenen Schulen für jeweils einen Tag hospitieren und einen umfangreichen und tiefgreifenden Einblick in den Schulalltag und die verschiedenen pädagogischen Konzepte Evangelischer Schulen in Sachsen gewinnen.

 

Im März fand die erste Schnupperwoche statt. Rachel Brabetz, Studentin an der Universität Leipzig, nutzte die Gelegenheit, einen Tag an der Werner Vogel Schule zu hospitieren. Wir haben sie nach ihren Erfahrungen gefragt.

 

 

Rachel, Du studierst Sonderpädagogik, hast Du schon eine Idee, wie und wo Du später als Lehrerin unterrichten wirst?

Natürlich mache ich mir immer mal Gedanken darüber. Konkret wird es schon im Studium, wenn es an die Planung von Praktika geht. Im Praktikum ist man für mehrere Wochen an einer Schule und hofft natürlich, von dort viele gute Impulse für den späteren Berufsalltag mitnehmen zu können. Für später kann ich mir gut die Arbeit an einer inklusiven Schule vorstellen.

 

Warum hast Du Dich für die Schnuppertage angemeldet?

Eine Freundin hat mich auf darauf aufmerksam gemacht. Man kann sich einfach anmelden und eine Schule ansehen -das ist ein gutes Angebot, um sich zu orientieren und einen ersten Eindruck zu gewinnen.

 

Du warst einen Tag an der Werner Vogel Schule in Leipzig. Welche Erfahrungen hast Du dort gemacht?

Ich wurde sehr herzlich willkommen geheißen. Die Schulleiterin hat mich morgens in ihrem Büro empfangen und mir allgemein etwas über die Schule erzählt. Anschließend durfte ich einen Tag lang eine Klasse begleiten. Im Morgenkreis haben mir alle Schüler etwas von sich berichtet und ich durfte mich vorstellen. Später haben wir gemeinsam gekocht – dies stand an diesem Tag auf dem Stundenplan. Ich habe eine offene Haltung und einen sehr wertschätzenden Umgang miteinander an dieser Schule erleben dürfen.

 

Du studierst Lehramt für Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Sprache und Lernen. Warum hast Du Dich für diesen Studiengang entschieden?

Ursprünglich bin ich ausgebildete Ergotherapeutin und habe als Schulbegleiterin gearbeitet. Dies hat mein Interesse geweckt, mich beruflich weiter zu entwickeln. Natürlich bringe ich dadurch schon einige praktische Erfahrungen mit. Ich übe eine gewisse Kritik an unserem derzeitigen stark selektierenden und auf Leistung ausgerichteten Schulsystem. Da mir schon immer Kinder mit besonderen Bedürfnissen am Herzen lagen kam für mich nur ein Studium der Sonderpädagogik in Frage. Es gefällt mir, dass an Förderschulen der Leistungsdruck nicht so hoch ist. Als Sonderpädagogin kann ich viel individueller arbeiten und auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Schüler eingehen. Daher meine Entscheidung für diese Studienrichtung. Perspektivisch wünsche ich mir vor allem inklusivere Schulen.

 

Die Werner Vogel Schule ist eine evangelische Schule. Hat sich Dir das christliche Profil an diesem Tag gezeigt?

Ja, davon war ich etwas überrascht. Der christliche Kontext der Schule ist mit Gebet und christlichen Liedern im Morgenkreis präsent im Tagesablauf. Das kenne ich von anderen Schulen nicht in dem Umfang. Allerdings habe ich dies nicht als unangenehm empfunden, sondern vielmehr als ein Baustein der schulischen Gemeinschaft.

 

Würdest Du noch einmal einen Schnuppertag mitmachen?

Ja, bestimmt. Ich habe viele spannende Eindrücke gewonnen und möchte gern noch andere Schulen kennen lernen. Ich hatte mich im Anschluss an den Schnuppertag für ein Praktikum an der Werner Vogel Schule beworben und bin sehr froh, dieses bekommen zu haben. Dabei hat das unverbindliche Kennenlernen zu dem Schnuppertag sicher geholfen. Vielleicht schaue ich mir das nächste Mal eine andere Schulart an – das Studium geht ja noch ein paar Semester.

 

 

 

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Tags

Die Evangelischen Schulen in Sachsen, Kennenlernen