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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Allgemein

Demokratische Mitbestimmung muss gelernt – und die Chance ergriffen werden

17.10.2019 Patrick Franz

„Ich beteilige mich, also bin ich“, so lautet das Motto des aktuellen Demokratieprojektes der Evangelischen Schulen in Sachsen. Drei Tage waren vier Achtklässer aus dem Evangelischen Gymnasium Tharandt und den Evangelischen Zinzendorfschulen Herrnhut anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention an der Universität Nürnberg, vertraten Ihre Schule und präsentierten, wie sie sich gerade mit demokratischen Prozessen und politischer Teilhabe auseinandersetzen. Hier können Sie einen Bericht lesen, wie die Jugendlichen diese aufregende Reise unter Leitung von Brit Reimann-Bernhardt erlebt haben:

„Was haben wir dort gemacht? Wir haben zugehört, wir durften mit Leuten, die Ahnung haben, diskutieren, unsere Anliegen vorbringen. Sie haben uns ernst genommen, mit uns auf Augenhöhe gesprochen, wir wurden gefragt! Die Vorträge waren manchmal sehr anstrengend, weil die Sprache schwer verständlich war. Es war sehr gut, die Beispiele aus den Schulen zu hören. Vor allem auch aus dem Programm OPENION, in dem auch die Evangelische Werkschule Naundorf mit einem Projekt unterwegs ist. Zudem tut es auch immer wieder gut aus anderen Schulen zu erfahren, dass auch dort nicht immer alles glatt geht, dass es Fehler gibt und Möglichkeiten zur Umkehr.

 

Insgesamt war die Mischung von Vorträgen, Diskussionen und Praxisbeispielen jedoch sehr gelungen. Wir sind froh und stolz, dass wir unsere Schulen und das Projekt in einem solchen Rahmen darstellen durften. Wir haben viele Anregungen bekommen, auch anderen von unseren Erfahrungen berichten zu können. Das Thema Kinderrechte werden wir auf jeden Fall in der Schule deutlich sichtbarer platzieren.

 

Interessant waren auch einige Fragen zum Thema Chancengerechtigkeit: Zum Beispiel ob es gerecht ist, dass es Schulen in freier Trägerschaft gibt, die Schulgeld nehmen? Oder ob es nicht einschränkend ist, wenn die einzige verfügbare Schule in der Nähe evangelisch ist? Muss dann jeder beten oder Bibeltexte lesen? Dass wir unsere Schulen als sehr vielfältig und bereichernd wahrnehmen und als sehr wertvollen Bestandteil der sächsischen Schullandschaft, dürfen und sollten wir offensiv vertreten. Dort wird keiner überwältigt oder ausgeschlossen.

 

Abends besuchten wir die Straße der Menschenrechte, die eine weiträumige Außenskulptur und Gedenkstätte im Innenstadtbereich von Nürnberg ist. Sie wurde vom israelischen Künstler Dani Karavan geschaffen.

 

Auch wenn wir eigentlich keine Lust mehr hatten noch mehr zu hören, war dies ein doch sehr beeindruckender Spaziergang durch viele Sprachen und hohe Säulen. Sie können `sowohl eine Anklage gegen die Verbrechen der Nationalsozialisten als auch eine zu Stein gewordene Mahnung […], dass die Menschenrechte auch heute noch in vielen Staaten der Erde massiv verletzt werden` (Zitat der Stadt Nürnberg) sein.

 

Besonders in der Schule machen wir immer wieder die Erfahrung, nicht oder wenig mit entscheiden zu dürfen und zu können. Dass es viele Möglichkeiten zur Beteiligung gibt, wir diese aber erlernen und ergreifen müssen, u.a. das war ein Thema zum 30-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention an der Universität in Nürnberg (https://www.kinderrechte-tagung.fau.de/). Das hautnah zu erleben, war der erste Schritt zu echter Mitbestimmung.“

 

Autor: Dr. Brit Reimann-Bernhardt

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