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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Allgemein

Gibt es einen „Thunberg-Effekt“?

25.01.2020 Patrick Franz

Spannender Abschlusstag des Demokratie-Projektes an eV. Schulen

Das Demokratie-Projekt „Ich beteilige mich, also bin ich“ unter Leitung von Schulentwicklungsreferentin Brit Reimann-Bernhardt ist mit hoher Wertschätzung zu Ende gegangen. Beim Abschlusstag am 16. Januar im Haus der Kirche in Dresden wurden die Erfolge an den vier beteiligten Schulen reflektiert und es gab eine interessante These zu hören.

 

Im würdigen Tagungsambiente des Kleinen Saales durften die Teilnehmer*innen ein vielfältiges Programm genießen. Zum Anfang erinnerten und befragten Dr. Kay Hemmerling und Sieglinde Eichert die Schüler*innen zu einer Dilemma-Diskussion, die sie alle an ihren Schulen durchlebt hatten. Wertvoll ist zum einen, dass die Jugendlichen ihre Erlebnisse den anderen erzählen konnten und hörten wie es an den anderen Schulen gelaufen war – welche Teilnehmer*innen, welche Stimmungen da waren. Zum anderen hatten die beiden Referent*innen die Ergebnisse so aufbereitet, dass genügend Zeit war, Fragen zu stellen, Eindrücke zu diskutieren und für weitere Veranstaltungen Rahmenbedingungen zu denken. Über alle vier Schulen hinweg wurden hohe Zustimmungswerte erzielt, dass die Methode das Meinung sagen, Zuhören, reden und Streiten schule.

 

Zudem halten Schüler*innen verschiedene Aspekte der Demokratie für sehr wichtig, u.a. Meinungsfreiheit, Gewaltverzicht und Mitwirkung. Unterschiede zu Umfragen von vor einigen Jahren finden sich lt. Dr. Hemmerling in der Wichtigkeit der Demonstrationsfreiheit – diese hielten die Jugendlichen heute für wichtiger als noch vor einigen Jahren. Angelegt an die 17-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und die durch ihr entfachten Fridays-for-Future-Bewegungen in ganz Europa lässt sich da die Frage stellen: Gibt es schon einen allgemeinen „Thunberg-Effekt“ für die Bedeutung von Demonstrationen?

Um die verschiedenen Aspekte von Demokratie nicht nur sichtbar zu machen, sondern zu üben, haben uns zwei weitere Referent*innen unterstützt. Mit Maria Degkwitz (profildurchsprache.com), die wir bereits in Modul 1 erlebt hatten, konnten wir (Herzens)Anliegen gekonnt auf den Punkt bringen. An konkreten schulischen Beispielen haben wir in Kleingruppen trainiert, was es heißt, sich zu sammeln, zu fokussieren und zu verständigen. Es war zauberhaft, uns alle im Sich-trauen miteinander zu erleben.

 

In einem weiteren Workshop hat uns Dr. Wolfgang Wildfeuer Aufgaben gestellt, die es uns ermöglicht haben, den Umgang mit Störungen und Widerständen zu trainieren. Wie kann es mir gut gelingen, einer Autorität gegenüber an meinem Anliegen dranzubleiben? Was brauche ich an Handwerkszeug, um als Schülersprecher*in die Aufmerksamkeit (fast) aller zu bekommen und diese zu halten?

Begleitet haben uns an diesem Tag Frau Dr. Fromke, pädagogische Geschäftsführerin der EKD Schulstiftung, und Volker Schmidt, Vorstand der hiesigen Schulstiftung. Beide haben in ihren Würdigungen und bei der Zertifikatsausgabe ausgedrückt, wie wichtig ihnen und uns allen die Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen, an der Solidarität untereinander und solche Projekte sind. Danke, dass es dank ideeller und finanzieller Unterstützung überhaupt möglich geworden ist.

 

Schön, Genuss, hilfreich – das waren die Worte, die in den Rückmeldungen am meisten fielen. Daraus schließen wir als Stiftung: Dranbleiben, weitermachen, zusammenbringen – mit den nächsten Ideen zu Unterrichtsfeedback, Streit- und Konfliktschlichter und vor allem miteinander und voneinander lernen in verbundener Verschiedenheit.

Photos: Tobias Stankewitz

 

 

Das Projekt wurde gefördert durch die Evangelische Schulstiftung in der EKD:

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