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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Schulhof — Bericht

Kinderspielstadt „Klein-Radebeul“

20.06.2016 Wiebke Nenoff

Alle zwei Jahre verwandelt sich anlässlich der Projektwoche die Evangelische Grundschule in Radebeul in die Kinderspielstadt „Klein-Radebeul“. In der letzten Woche war es wieder soweit – und wir von der Schulstiftung waren zu einem Besuch eingeladen.

Im bunten Trubel empfangen uns als Besucher Justus und Jonas, die uns durch das kleine Universum der Spielstadt begleiten. Gestern noch in der Schokoladenfabrik tätig, arbeitet Justus heute als Stadtführer, zeigt und erklärt den interessierten Gästen die kleine Stadt, in die sich das Schulgebäude für eine Woche verwandelt.

Wir besichtigen zunächst die Schneiderei, wo eifrige Arbeiter Lavendelsäcken nähen, und folgen dann dem leckeren Duft der Schokoladenfabrik, in welcher feinste Pralinen hergestellt werden. Auch in der Werkstadt und im Schulgarten wird eifrig gebaut, gebastelt und geerntet. Zum Verkauf feilgeboten werden die Produkte der einzelnen Werkstätten dann Kaufhaus, wo sie gegen Radis, der stadteigenen Währung, erworben werden können.

Auszeit vom geschäftigen Treiben finden die Stadtbewohner und Besucher bei sanften Klängen in der Wellnessoase, wo entspannende Massagen und wohltuende Gesichtsmasken angeboten werden. Zur Stärkung kann man sich nach dem Rundgang durch die Stadt im Märchencafé einen kleinen Imbiss aus der Kinderküche schmecken lassen.

 

Die Kinderspielstadt ist gut organisiert und langfristig von der Schulgemeinschaft vorbereitet. „Schon Monate voraus planen die Kinder, wie sie ihre Stadt gestalten wollen“ berichtet uns Frau Tigges, die Grundschulleiterin. „Bereits im Februar werden die Bürgermeister der Stadt gewählt. Für das demokratische Wahrverfahren stellt die Stadt sogar ihre Wahlurnen bereit.“ Die Bürgermeister legen die Regeln in der Stadt fest, sie wählen gemeinsam mit ihren Bürgern die entsprechenden Betriebe und deren Chefs aus und sind bei Bedarf Ansprechpartner für zu klärende Konflikte. In diesem Jahr sind Tim und Flora in dieses verantwortungsvolle Amt gewählt worden und begrüßen die Gäste im Rathaus.

Den Rahmen der täglichen Projektarbeit bilden die morgendliche Bürgerversammlung und der mittägliche Gottesdienst, der in der Stadtkirche am Vormittag vorbereitet wird. Wer für einen Tag Chef in einer der Gewerke sein möchte, muss sich auf diese verantwortungsvolle Position schriftlich bewerben. Es gilt, dass jeder Bürger der Stadt mindestens eine Stunde am Tag einer Beschäftigung nachgeht, danach kann er seine Arbeit wechseln oder mit dem verdienten Geld die angebotenen Freizeitbeschäftigungen (Wellness-Oase, Kino, Disco oder Café) genießen. Für die Lohnzahlungen und den Geldtransfer gibt es eine stadteigene Bank. Die Stadt verfügt über eine eigene kleine Zeitung und selbst der Müll wird organisiert. Wer wann und wo arbeitet wird über das Arbeitsamt koordiniert.

„Spielerisch können die Schüler Grundzüge unseres gesellschaftlichen Lebens in Kleinformat kennenlernen und erproben“ erklärt Frau Tigges das Projekt. „Sie gestalten ihren eigenen Wahlkampf, erhalten Einblick in den Werdegang von Produktion und Absatz und müssen, wenn sie sich etwas kaufen wollen, das Geld dafür erarbeiten. So lernen sie viel über die Grundlagen demokratischen Handelns und die wirtschaftlichen Strukturen.“ Natürlich werden die Schüler von einem Team aus Lehrern, Erziehern und Eltern in ihrem Experiment unterstützt.

Nach circa einer Stunde haben wir die gesamte kleine Stadt in ihrem bunten Treiben und ihrer Vielfalt besichtigt und sind begeistert, mit wieviel Freunde und Ernsthaftigkeit die kleinen Bürger das Leben in ihrer Stadt gestalten.

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Aktion, Evangelische Grundschule Radebeul, Projektwoche