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Die Evangelischen Schulen in Sachsen.

Schulhof — Bericht

Raus aus der Schule!

12.01.2017

Oder: Wie außerschulische Lernorte den Schulalltag beleben

Montagmorgen, 07.50 Uhr: In erwartungsvoller Unruhe wuseln die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 gespannt durch das Klassenzimmer. Anders als an so manch anderem Montagmorgen fragen mich die Kinder schon ungeduldig: Wann geht es endlich los? Die Rucksäcke und ein Bollerwagen sind bereits gut gepackt.

 

Freudig zeigen mir die Schüler, was sie alles an Essen vorbereitet und welche Utensilien sie für den heutigen Tag dabei haben. Denn der Unterricht findet heute nicht im Klassenzimmer statt sondern auf einer Coswiger Brache. Hintergrund für das Projekt bildet eine Kooperation mit dem Künstler Felix Liebig, der in Zusammenarbeit mit dem Programm KlimaKunstSchule den BrachenBrunch entwickelte.

Im Laufe des Tages werden die Schüler die Brache nach Müll absuchen und mit den vorgefundenen Materialien im Sinne des Upcyclings spannende neue Objekte schaffen. Nebenher vermittelt Felix Liebig jede Menge Wissen darüber, was der Müll mit der Natur anrichtet und wie er ins Grundwasser und die Meere gelangt. Am Ende des Schultages sind alle erstaunt, was in den wenigen Stunden alles entstanden ist.

 

Die Symbiose aus guter Vorbereitung, aktiver Teilhabe der Schüler und die Einbettung des Projektes in den fächerverbindenden Unterricht, hier zum Thema „Stadt“, führten letztlich zum nachhaltigen Gelingen des Tages. Noch Wochen später fragen mich die Schüler, ob es eine Fortsetzung geben wird und zeigen einen sensibilisierten Umgang mit Müll.

 

Seit unserer Schulgründung vor nunmehr zehn Jahren versuchen wir, wo immer möglich und sinnvoll, außerschulische Lernorte in unseren Schulalltag zu integrieren. Fast immer gelingt so eine bessere Verankerung  von bereits gelernten mit neuen Wissensbeständen, aber auch das Eröffnen neuer Erfahrungsräume für unsere Schülerinnen und Schüler.

 

Dabei konnten wir im Laufe der Zeit immer wiederkehrende Veranstaltungen etablieren, jedoch bleibt auch Raum für neue, mitunter nur einmalige Projekte wie den oben beschriebenen BrachenBrunch. Zu den sich alljährlich wiederholenden Veranstaltungen zählen eine Reihe von Exkursionen wie z. B. der Besuch der Frauenkirche in Klasse 5, des Verkehrsmuseums und der Gläsernen Manufaktur in Klasse 6, ab Klasse 7 im Rahmen der beruflichen Bildung den Besuch der Messe „Karrierestart“, die Besuche des Bundes-und Landtages in Klasse 9, die Teilnahme am Planspiel „Die Insel“ ebenfalls in Klasse 9, in Klasse 10 der Besuch von Gerichtsverhandlungen … sowie in Klasse 5, 7 und 9 stattfindende Bildungsfahrten nach Zehren, Berlin und ins Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Während der Aufenthalt im beschaulichen Zehren (in der Nähe von Meißen) eher gruppendynamischen Prozessen dient, sind Berlin und das Dreiländereck Orte für politisches, geschichtliches, soziales und geographisches Lernen.

 

Typisch für alle Veranstaltungen ist die Einbindung des außerschulischen Lernens in den Schulalltag sowie die Verknüpfung mit dem jeweiligen Schulstoff. Aus dieser Verquickung eröffnet sich ein vernetztes und anwendungsbezogenes Lernen für unsere Schüler und bereichert so das Schulleben für alle am Lernprozess Beteiligten auf sehr lebendige Weise.

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Aktion, anpacken, Evangelische Schule Coswig, Lernen, miteinander, Verantwortung